Gestern war es so weit, die erste große „Mixed Martial Arts“-Veranstaltung in Deutschland. Worum geht’s? Es treffen sich eine Gruppe von jungen Herrschaften mit Testosteronüberschuß und dann kloppen sie im wesentlichen auf sich ein. Erlaubt ist fast alles, es fließt Blut, es fliegen Zähne, das Publikum gröhlt … die Politik ist entsetzt:
Gesundheit
Juni 14, 2009
Immer feste druff
Posted by Daniel under Gesundheit, Politik | Schlagworte: Boxen, Paternalismus, taz, UFC |Leave a Comment
April 3, 2009
Die Feinde der Zukunft
Posted by Daniel under Gesundheit, Politik | Schlagworte: Ökologismus, BT-Mais, Feinde der Zukunft, Gentechnik, Kontrollwahn, MON 810, multinationale Konzerne, Reaktionär |Leave a Comment
(von Daniel)
Jetzt sind anscheinend alle wieder vom G20-Protest daheim, NATO-Gipfel ist auch nicht spannend, das Wetter ist sonnig und der Kapitalismus fast komplett besiegt. Was fehlt noch? „Genmais zu verhindern“ (kam heute per Mail).
Auf der Seite kann man sich auch informieren, worum es geht, einfach auf „5-Minuten-Info“ (mehr Info gibts nicht!) klicken: es geht um die Maissorte MON810 von dem „multinationalen Saatgut-Konzern“ Monsanto. Das hab ich schon gelernt: die Bösen sind immer in „multinationalen Konzernen“, der „XY-Lobby“, die Guten dagegen in „gemeinnützigen Vereinen“ und „basisdemokratischen Bewegungen“. Das perfide an dem Genmais: er gibt permanent Gifte ab (gut, ich denke mal, das war der Sinn der Übung). Und jedenfals: das ist schlecht und muss schnell verhindert werden, weil schon im April wird mit der Saat begonnen und dann soll der auf 3750 Hektar Land verteilt werden. Hui, das ist schon voll viel, oder? Richtig, etwa 0.02% der deutschen Agrarfläche, aber nachrechnen ist bekanntlich was für Streber. Und jetzt will die EU-Kommission auch noch andere gentechnisch veränderte Produkte zulassen, wo es doch keinen Nachweis gibt, das das Zeug unschädlich ist!! Genau so kennen wir die Eurokraten: Solarien verbieten, aber dann Genexperimente 500 Mio. Menschen machen. Ziel der Kampagne: Husch, husch einen Brief an die Frau Aigner (das ist anscheinend unsere Landwirtschaftsministerin) schreiben, damit sie es noch rechtzeitig verbietet. Die Zeit drängt.
Also, mal Spaß bei Seite. Was wissen wir über „BT-Nahrung“? Zerstört es wirklich die Umwelt und ist eine Gefahr für uns alle?
Nicht wirklich: verglichen damit, tonnenweise konventionelle Chemikalien über Felder zu versprühen, ist es evtl. sogar für viele Nichtschädlinge positiv und Anzeichen dafür, das es bei Einsatz von gentechnisch manipulierter Nahrung dann mutierende Superstoffe herauskommen, die sich sofort mit allem kreuzen und unkoordiniert weitermutieren, sind auch, äh, überschaubar.
Wir haben es hier mit einem typischen Fall von Reaktionismus und Kontrollwahn zu tun: wer weiß schon, was bei Einsatz einer Technologie genau passiert und kann die Zukunft perfekt vorhersagen? Niemand? Also verbieten wir es besser. Diese Reise in die ungewisse und unkontrollierbare Zukunft muß schnellstmöglich gestoppt werden. Die Zukunft soll werden wie es jetzt ist — wenn nicht sogar wie vor 50 Jahren, wo die Welt noch richtig in Ordnung war. Wären diese Leute im 18. Jahrhundert an der Macht gewesen, so hätten wir bestimmt keine Probleme mit globaler Erwärmung und Finanzmarktcrashs. Stattdessen hätten wir Probleme, genug Kalorien zu bekommen um den Tag zu überleben und eine Lebenserwartung von 35 Jahren. Und da werden wir auch wieder landen, wenn diese Feinde der Zukunft weiter an Einfluß gewinnen.
Zum Glück werden sie das Rad nicht wieder wegerfinden (entfinden?) können. Auf lange Sicht ist der Fortschritt nicht aufzuhalten. Aber kurzfristig können sie mit ihrer wirren Ideologie eine Menge Schaden anrichten. Mehr als Genmais jedenfalls.
März 11, 2009
Kreuzzug gegen Spaß, Solariumsedition
Posted by Daniel under Gesundheit | Schlagworte: Hautkrebs, Nanny State, Regulierung, Solarium |1 Comment
von Daniel
Liebe Jugendliche, in Zukunft dürft ihr nicht mehr ins Solarium, wegen dem Hauptkrebs. Stattdessen lieber Bier und Pommes holen, die Zigaretten vom Papa rauchen, fernsehen und die gute Bräunungscreme kaufen.
Wie immer wird dazu Panik gemacht:
Das Vorhaben sei wegen des starken Anstiegs der Neuerkrankungen an Hautkrebs «besonders eilbedürftig», heißt es im Entwurf.
Das ist richtig: die diagnostizierten Fälle von Hauptkrebs (bzw. „malingem Melanom“) haben sich von etwas über 4 Fällen (bezogen auf 100000 Einwohner) im Jahre 1980 auf etwa 14 (Männer) und 16 (Frauen) im Jahr 2004 grob vervierfacht. Die tötlichen Fälle von Hautkrebs haben sich aber in diesem Zeitraum absolut nicht verändert (etwa 2 von 100000 und überraschenderweise sterben mehr Männer als Frauen).
Das Robert Koch Institut gemeinsam mit der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland vermutet (in einer lesenswerten Analyse über Krebs in Deutschland, wo auch die Zahlen von oben herkommen), dass der starke Anstieg der diagnostizierten Fälle zu einem Großteil auf eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und der Ärzteschaft zurückgeht, also ein positiver und kein negativer Effekt ist.
Ja, UV-Strahlung ist falsch dosiert schädlich, gerade für Jugendliche. Aber Gesicht-Bräunungsgeräte kosten weniger als 100€ und die Zahl der Krebstoten steigen nicht an. Darum besteht der Verdacht, dass es gar nicht so sehr darum geht, wirklich Menschen zu helfen, sondern vor allem unser Leben weiter zu kontrollieren, so dass wir ja nichts machen, was potentiell irgendwie unkorrekt ist. Die Erhöhung des Bierpreises steht auch schon auf dem Programm.
Wird die Welt denn wirklich besser, wenn nun die Polizei nun die Personalien von Solarumsbesuchern kontrolliert und die Solarien schließt, deren Besitzer auf den Trick mit dem Ausweis von der großen Schwester reingefallen sind?
September 15, 2008
Das ist doch krank.
Posted by Daniel under Gesundheit | Schlagworte: Gesundheit, Kosten sozialisieren, Krankheit, Raucher, Verantwortung, vergütungsrechtliche Rahmenbedingung |Leave a Comment
von Daniel
Rauchen, meint jedenfalls die Bundesärztekammer, sollte als Krankheit eingestuft werden, insbesondere die „vergütungsrechtlichen Rahmenbedingungen“ müssen angepasst werden. Es wird also wieder mal so getan, als könne der Raucher überhaupt nicht für seine Krankheit und sei ein Opfer unglücklicher Umstände, die „vergütungsrechtlich“ so behandelt werden sollen, wie Masern oder Verkehrsunfälle.
Erwartung: Wenn man die Kosten wegsozialisiert, dann erzeugt man unvernünftiges Verhalten.
August 14, 2008
Gesundheit – Das höchste Gut des Menschen
Posted by Daniel under Gesundheit, Politik | Schlagworte: Bürokraten, Gesundheitspolitik, Großbritanien, Sozialsysteme |Leave a Comment
von Daniel
Obgleich es einen starken Trieb bei Menschen gebe, einem Mitmenschen, der vom Tod bedroht wird, zu helfen, stoße dies bei begrenzten medizinischen Ressourcen auf Probleme, da dann andere Menschen nicht die erforderliche Behandlung erhalten können, so Nice.
In Großbritanien entscheiden jetzt also Bürokraten darüber, ob ich es wert bin, weiterzuleben. Eine wunderschöne Demonstration von dem Weg, auf dem jedes sozialisiertes System sich befindet.
Interessant ist das vor allem, nachdem ich erst letzte Woche über John Stossels Dokumentation Sick in America gestolpert bin. Ein netter Gegensatz zu Michael Moores Sicko.
Die Dokumentationen von Stossel sind übrigens meistens sehenswert.

