von Benj@min
For we know that our patchwork heritage is a strength, not a weakness. We are a nation of Christians and Muslims, Jews and Hindus – and non-believers.
Das dürfte das erste Mal gewesen sein, dass ein amerikanischer Präsident ausdrücklich die wenigen Atheisten seines Landes in einer so positiven Weise anspricht. (Vermutlich wurde ihnen in diesem Bewußtsein auch die besondere Betonung innerhalb der Aufzählung zugewiesen.)
Auch bei uns würde ich mir wünschen, dass mancher Politiker klar stellt, dass er eine atheistische Weltsicht für gleichwertig mit religiösem Glauben hält. So hat es mich sehr verwundert, dass die Kritik an der „Tätervolk“-Rede des ehemaligen CDU-MdB Martin Hohmann sich fast ausschließlich darauf beschränkte, dass er antisemitische Theorien bediente und sich anscheinend kaum jemand daran störte, dass der zentrale Punkt dieser Rede die Behauptung war „die“ Gottlosen seien das wahre Tätervolk des 20.Jahrhunderts gewesen. Dass man als Atheist bzw. Humanist auch durchaus ein liberales und wertkonservatives Weltbild haben kann (nur dass die Normen teleologisch begründet werden) und nicht eine menschenverachtende Ideologie zur „Kompensation“ braucht, geht in viele Köpfe wohl nicht hinein.
Barack Obama hat bewiesen, dass er das verstanden hat. Nun sind diejenigen am Zuge, die sich seinen Politikstil auch bei uns wünschen.

